Feindesland Bd. 2 | Ljubimyj

FEINDESLAND BD. 2 | LJUBIMYJ

Klappentext: Februar 1917 …

Arne ist tot, Jurij in einer lieblosen Ehe gefangen. Nichts sehnt er sich mehr herbei, als endlich sterben zu können und so endlich im Tod mit seinem Liebsten vereint zu sein. Alles, was ihn noch aufrecht erhält, ist die Sorge um seine Freunde. Als Vilana meint, ein perfiden Plan in die Tat umsetzen zu können, fällt das Kartenhaus in sich zusammen und Jurij will sich endgültig das Leben nehmen, um dem Leid ein Ende zu bereiten.

Doch dann beginnt die Februarrevolution. Alles an das Jurij einst glaubte und das er kennt, wird von einem Moment auf den andern umgestoßen. Neuer Mut durchflutet ihn und gibt ihm einen neuen Sinn.

Dieses Buch könnt ihr als Print und als E-Book bekommen.

Format: Kindle Edition
Dateigröße: 3039 KB

Seitenzahl der Print-Ausgabe: 300 Seiten

Leseprobe

Allein durch die Stadt

Das Volk war auf der Straße und die Wut kochte hoch. Jurij spürte es genau. Jeder Mann, jede Frau, jedes Kind sie alle versammelten sich. Sie schlossen sich zu kleinen Gruppen, plünderten Geschäfte, machten Jagd auf die, die sie immer unterdrückt hatten. Selbst in den Nebenstraßen, die er entlang rannte, waren sie und brüllten, legten Feuer oder zogen die feinen Herrschaften aus ihren Häusern. Es war gefährlich, sich jetzt unter ihnen zu bewegen, auch wenn Maksims Kleidung ihm gute Dienste leistete.
Als Jurij gerade an der Villa seines Schwiegervaters vorbei kam, sah er, dass die Tür nur noch schief in den Angeln hing. Sie war eingetreten worden und aus dem Inneren drangen Geräusche, die auf Plünderer schließen ließen. Ungerührt wollte Jurij daran vorbei, war es doch der gerechte Lohn, als er Schreie vernahm. Er hob für einen Moment neugierig seinen Kopf, nur um dann noch schneller weiter zu wollen. Doch es war zu spät. Seine Augen hatten ihn wohl verraten.
„Hilf uns, Jurij Nikolajew!“, flehte ihn die Schwiegermutter lautstark an, die gerade nach draußen gezerrt wurde.
Für einen Augenblick erstarrte er, wusste nicht, was er tun sollte. Sicher nicht zur Hilfe eilen, war Jadwiga Lebedewa ihm doch noch mehr verhasst, als ihre Tochter. Hätte sie nicht auf einer Verbindung in so jungen Jahren bestanden, wäre alles anders gekommen. Für sie war kein Mitleid in ihm. Doch was war mit der Gruppe an Revoluzzern … oder eher Plünderern … die vor den Toren stand?
Waren sie im Bilde, was seine Schwiegermutter da geschrien hatte? Waren sie gebildet genug, um ihn als den Sohn vom Zarenonkel zu erkennen? Noch schenkten sie ihm keinerlei Beachtung. Aus diesem Grund versuchte er, sich an ihnen vorbei zu drängen. Fast wäre es ihm geglückt. Im letzten Moment ergriffen sie ihn, rissen die Mütze vom Kopf. Er starrte dreckig grinsende Gesichter. Sie hatten ihn erkannt. Jurij sah es ihnen an.
„So so, wen haben wir denn hier? Wenn wir schon die kleine, hübsche Hure nicht haben können, dann muss eben erst ihr Mann dran glauben! Ich besorge es ihr später und erzähle ihr dabei, wie ich dich umbrachte. Ob das Miststück dann heult?“, fragte einer von ihnen scheinbar unschuldig.

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